Tina Bobbe macht Kaffeemaschinen zu Kunst

©Tim Sonntag.

Die kleinen Rituale des Lebens aufzupimpen und so noch bewusster zu genießen, liegt momentan schwer im Trend. Tina Bobbe macht genau das möglich. Die Künstlerin und Doktorandin an der TU Dresden verwandelt alltägliche Dinge in geometrische Skulpturen. Ihr Objekt der Begierde: vor allem Kaffeemaschinen. So wird das morgendliche Heißgetränk zu einem Moment voller Farbe und Form.

Ihre Inspiration für die lebendigen Geometrien und Kontraste zieht sie vor allem aus der radikalen Energie der italienischen Postmoderne der 1980er. Ihr jüngstes Werk „Stone Drip“ spielt mit dem Konstrukt des Pour-Over-Kaffees. Die Schichten aus Naturstein und farbigem Harz erheben das simple Prinzip des Brühens zu einem taktilen und visuellen Ereignis. Dass die Maschine dabei zu einem wahren Hingucker in jeder Küche wird, versteht sich von selbst.

Tina Bobbes "Stone Drip" © Foto: Sabine Boger.

Hin und wieder schleichen sich aber auch andere Gegenstände in Bobbes Designideen, etwa Kaffeehalter, Rolltabletts oder sogar ein flauschiges, KI-generiertes Auto. Dabei beginnt fast jeder ihrer Entwürfe im virtuellen Raum. Digitale Tools, darunter auch generative KI, helfen ihr dabei, ihre Gedanken zu „Papier“ zu bringen, bevor sie diese händisch in Edelstahl, Naturstein oder andere langlebige, reale Materialien übersetzt.

© Ole Müller.

Denn wer sagt eigentlich, dass ein Tisch nicht auch mal ein bisschen dramatisch, verspielt oder fröhlich sein darf? Für Tina Bobbe ist jedes ihrer Objekte ein Ausdruck von Emotion und Neugier – und gleichzeitig ein Beweis dafür, dass selbst monotone Dinge zu Kunst werden können. Ein bisschen Farbe hier, eine mutige Form dort – und schon erhält jeder Moment seine eigene, ganz besondere Magie.

©Tim Sonntag.
Täuschend echt: Die silberne Kaffeemaschine ist eine imaginäre Kollaboration zwischen Tina Bobbe und LA MARZOCCO. ©Sabine Boger.
✦ Marie Börekci