Loro Piana inszeniert Keramik als Kunstobjekt

Mit der neuen Ausgabe von Blooming Clay macht Loro Piana Forte dei Marmi mit einem Blumenkiosk erneut zum Treffpunkt für zeitgenössisches Kunsthandwerk. Gemeinsam mit den französischen Keramikern Karim Rahman und Mathilde Martin entstehen Objekte, die weit über ihre Funktion hinausgehen.
Forte dei Marmi gehört seit Jahrzehnten zu den Sommeradressen Italiens, an denen sich Mode, Design und Kunst einfach immer begegnen. Zwischen historischen Badeanstalten, Pinien und eleganten Boutiquen hat Loro Piana den traditionsreichen Blumenkiosk Il Fioraio längst zu einem festen Bestandteil seiner saisonalen Welt gemacht. Mit der neuen Ausgabe von Blooming Clay wird dieser Ort nun erneut zur Bühne für zeitgenössische Keramikkunst.

Nach seiner Premiere im vergangenen Jahr kehrt der französische Keramiker Karim Rahman mit einer neuen Serie handgefertigter Vasen zurück. Seine Arbeiten leben von einer reduzierten Formensprache, bei der Proportion, Gewicht und Oberfläche wichtiger sind als dekorative Effekte. Jede Vase wirkt selbstverständlich und beinahe archaisch, entfaltet ihre Wirkung jedoch gerade durch die feinen Details und die sichtbare Handschrift des Materials. Statt Perfektion steht das Gespür für Balance und Haptik im Mittelpunkt – eine Haltung, die sich auch im Materialverständnis von Loro Piana widerspiegelt.
Erstmals beteiligt sich außerdem die Pariser Designerin und Keramikerin Mathilde Martin an dem Projekt. In ihrem Atelier entstehen vier skulpturale Vasen aus Schamottsteinzeug, die vollständig von Hand mithilfe der traditionellen Wulsttechnik aufgebaut werden. Ihre charakteristischen matten Oberflächen in Schwarz und warmem Weiß lenken den Blick konsequent auf Form, Volumen und Struktur. Kleine Unregelmäßigkeiten sind dabei ausdrücklich Teil des Entwurfs und verleihen jedem Objekt seine individuelle Identität.

Auch der Ort selbst ist Teil der Inszenierung. Mit lehmfarbenen Wänden, Einbauten aus Eichen- und Kastanienholz sowie gestreiften Liegestühlen greift Il Fioraio die entspannte Atmosphäre der toskanischen Küste auf. Zwischen frischen Sommerblumen und den neuen Keramiken entsteht ein sinnlicher Dialog aus Farbe, Material und Duft – irgendwo zwischen Blumenladen, Galerie und Designinstallation.
Dass Luxusmarken heute verstärkt mit unabhängigen Kunsthandwerkern zusammenarbeiten, ist längst mehr als ein Trend. Projekte wie Blooming Clay zeigen, wie sich handwerkliche Tradition, zeitgenössisches Design und kulturelles Storytelling verbinden lassen. Die Vasen sind dabei weit mehr als florale Gefäße: Sie sind Sammlerstücke, die für de
n täglichen Gebrauch gedacht sind – und gleichzeitig den Anspruch haben, Generationen zu überdauern. Genau darin liegt ihr besonderer Reiz.