Laura Gonzalez: Vom Feld auf den Tisch

©Matteo Verzini.

Mit ihrer Ausstellung und Kollektion „Where the Landscape Bends, the Spirit Rises“ übersetzt Laura Gonzales Natur nicht in Bilder, sondern in Design. Jedes Objekt erzählt eine haptische Geschichte, Design wird zu einer kleinen botanischen Reise.

Mitten in Tribeca scheint die Natur weit entfernt – eines der am dichtesten bebauten Viertel Manhattans. Die französisch-spanische Innenarchitektin entfaltet eine Landschaft aus Objekten, Materialien und Licht. In ihrer gleichnamigen Galerie heben sich Hügel, senken sich Täler, werfen florale Formen Schatten an die Wand und zeichnen Gräser die Bewegung einer leichten Brise nach.

Laura Gonzalez versieht klassische Architektur mit einer romantischen Handschrift. © Matteo Verzini.

Gonzalez’ Tisch „Quilt“ wirkt wie eine abstrakte Landschaft aus der Vogelperspektive. Unter gegossenem Harz ziehen farbige Linien ihre Bahnen, rufen Assoziationen an Felder und Übergänge hervor. Getragen wird die Platte von massiven Holzfüßen. Der Tisch ist ein Einzelstück – genauso wie die insgesamt acht „Landscape“-Lampen. Diese werden in Paris gefertigt, jede ist von Hand geformt. Ihre transluzenten Harzblätter erinnern an eine Blume kurz vor dem Erblühen. Milchige Oberflächen, fein modellierte Adern, bewusst sichtbare Handarbeit. Perfekt? Nein. Bewusst gemacht? Absolut.

Der "Quilt" Tisch im Showroom. © Courtesy of Laura Gonzales.
Die „Landscape“-Lampe „002“ vor einem Gemälde Fabien Contis. © Nicole Franzen.
Handgefertigt, limitiert, grazil und hauchdünn: die ­ „Landscape“- Lampe in der ­Farbgebung „004“. © Courtesy of Laura Gonzalez.

Auch die übrigen Materialien sprechen für sich: Glas mit eingeschlossenen Luftblasen, Bronze mit rauer Oberfläche, Harz mit Spuren des Prozesses. Jedes Objekt entsteht in limitierter Auflage und bleibt eigenständig, fast wie ein Fundstück.

Als Hommage an die Pariser Casino-Erinne- rungen ihres Vaters gibt Laura Gonzalez dem Backgammon-Tisch eine skulpturale Form. © Courtesy of Laura Gonzalez.
In Murano gefertigt, zeigt die Glasleuchte „Mon Rocher“ eine mineralische Silhouette zwischen Stein und Licht. © Courtesy of Laura Gonzalez.
Eine Glasplatte wie ­ gefrorenes Eis und bronzene Beine, die an Baumrinde erinnern: Mit dem Tisch „Écorce“ wird winterliche Stim- mung zum Designobjekt. © Courtesy of Laura Gonzalez.

Spannend wird das alles im Zusammenspiel mit den Gemälden von Fabien Conti. Seine Arbeiten zeigen keine konkreten Orte, sondern Farbräume und atmosphärische Zustände. In der Ausstellung spiegeln sie Gonzalez’ Designs wider und geben mit ihrem Spiel aus Licht und Form mehr Atmosphäre in den Raum zurück.

© Courtesy of the artist.

Ergänzt wird die Schau durch die Kreationen der Keramikerin Véronique Rivemale. Ihre Spiegel wirken wie Erdarbeiten: keramische Fragmente, glasiert in Tönen von Gestein, Wasser und Sediment, fassen das Spiegelbild ein. Man blickt nicht nur hinein, sondern scheint Schicht für Schicht hindurchzugehen.

„Where the Landscape Bends, the Spirit Rises“ ist noch bis März 2026 inklusive der Gemälde von Fabien Conti in der Laura Gonzalez Gallery, 102 Franklin Street, New York, zu sehen. Die übrige Kollektion bleibt bis Dezember 2026 ausgestellt.

lauragonzalez.fr

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