Kunst ab 100 Euro: Die Affordable Art Fair kommt zurück nach Berlin

Vom 16. bis 19. April öffnet die Affordable Art Fair zum dritten Mal in der Arena Berlin ihre Tore – und versucht seit 1999, Kunst für alle zugänglich zu machen.
Wer schon mal an einem Galeriefenster in Mitte vorbeigegangen ist und lieber geradeaus geschaut hat, als reinzugehen, kennt vielleicht das etwas einschüchternde Gefühl. Kunstmessen können das noch verstärken: weiße Wände, ernste Gesichter, Preisschilder auf Anfrage.
Die Affordable Art Fair macht es anders: 65 Galerien aus 18 Ländern zeigen zwischen Spree und Industriecharme zeitgenössische Werke, alle mit ausgeschriebenen Preisen zwischen 100 und 10.000 Euro. Kein „auf Anfrage", kein Zögern an der Tür.
„Wir wollen eine demokratisierende Gegenbewegung sein zum immer noch vorherrschenden Elitarismus in der Kunstszene", sagt Messedirektor Oliver Lähndorf. Das klingt nach Branchensprech – aber das Programm gibt ihm recht. Eine kuratierte Wand mit Werken unter 1.000 Euro, tägliche Führungen um 15 Uhr ohne Anmeldung, ein Collectors Talk am Samstag für alle, die noch nicht wissen, wo man überhaupt anfängt. Und zum ersten Mal in Berlin: eine interaktive Kindermalwand, inspiriert von Joseph Albers.



Berlin, Spanien und Seoul unter einem Dach
Das Galerienportfolio ist diesmal ungewöhnlich breit: 16 Berliner Häuser sind dabei, darunter die auf digitale Kunst spezialisierte Guelmann & Unbekannt – die als Novum auch KI-Kunst zeigt. Elf spanische Galerien bilden einen eigenen Schwerpunkt, von Barcelona bis Madrid. Aus Seoul reist die Mookji Art Contemporary an, aus Japan die Systema Gallery. Was das in der Praxis bedeutet: Man kann an einem Nachmittag durch ein halbes Dutzend Kunstszenen spazieren, ohne den Bezirk zu wechseln.
Zu sehen gibt es Arbeiten etablierter Namen – Patty Carroll, Juan Escudero – neben jüngeren Positionen wie Jurena Muñoz oder Nico Sawatzki.

Reinkommen, anfassen, betreten
Im Eingangsbereich wartet eine Installation des Berliner Künstlers Christian „Kera" Hinz: ein 23 Quadratmeter großes, tatsächlich mit Wasser geflutetes Pool Painting – das man betreten darf. Und soll. Das Gemälde ist der Pool. Partizipation als Konzept, nicht als Pflichtprogramm. Dazu ein Skulpturenareal mit 15 plastischen Arbeiten und ein Live Painting der Künstlerin Nene Cermak am Freitagvormittag.
Besonders lohnt sich ein Blick auf die Sonderausstellung „Resonante Zustände": Drei Berliner Nachwuchskünstler:innen zeigen, was es bedeutet, zwischen den Dingen zu sein. Bella Brams skulpturale Assemblagen verbinden Insektenmorphologie mit Architektur. Özcan Erteks Installationen machen Technologie hörbar. Solveig Schmids großformatige Gemälde spielen mit Dichte und Durchlässigkeit.
Die Late View am Freitag ab 17 Uhr – DJ, Drinks, längere Öffnung bis 22 Uhr – tut ihr Übriges.
Eine Auswahl an Ausstellungstücken



