Im Restaurant Eliane landet Landschaft auf dem Teller

Für zwei Monate verlässt Sternekoch Kobe Desramaults sein Brüsseler Restaurant Eliane und zieht aufs Land. Genauer gesagt nach Bree-Eik, ein über 900 Jahre altes Landgut im belgischen Pajottenland, rund 20 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt.
Statt Großstadtflair erwartet die Gäste hier eine der größten historischen Vierkanthofanlagen der Region, umgeben von 200 Hektar Bio-Landwirtschaft, Obstgärten und einem zwei Hektar großen Küchengarten.

In diesem außergewöhnlichen Setting serviert Desramaults ein Degustationsmenü für gerade einmal 40 Gäste pro Service. Der Clou: Die Speisekarte entsteht nicht im Restaurant, sondern auf den Feldern. Gemüse, Kräuter und Obst stammen direkt aus dem Garten, Fleisch von den Tieren des Guts, ergänzt durch die Erzeugnisse benachbarter Produzenten. Das Ergebnis geht weit über das bekannte Farm-to-Table-Prinzip hinaus. Hier bestimmt die Landschaft selbst, was auf den Teller kommt.




Bree-Eik versteht sich dabei nicht nur als landwirtschaftlicher Betrieb, sondern als Ort, an dem Kulturerbe, nachhaltige Landwirtschaft und Gastronomie zusammenfinden. Seit 2021 wird das historische Anwesen behutsam restauriert und zu einem zukunftsorientierten ländlichen Zentrum weiterentwickelt. Bewirtschaftet werden die Flächen nach strengen Bio-Richtlinien, mit besonderem Augenmerk auf Biodiversität und Bodengesundheit. Auch die belgische Bierkultur spielt eine Rolle: Gemeinsam mit der Traditionsbrauerei 3 Fonteinen werden hier alte Getreidesorten und regionaler Hopfen angebaut und vor Ort zu Bio-Malz verarbeitet.

Mit seiner temporären Residenz zeigt Kobe Desramaults einmal mehr, warum er zu den spannendsten Köchen Belgiens zählt. Nach Stationen wie In De Wulf, Chambre Séparée und zuletzt Eliane macht er das Terroir selbst zur Hauptzutat. Jeder Gang erzählt von den Menschen, den Jahreszeiten und der Landschaft, aus der er stammt.