Eat, Drink, Milano: Der Guide für Mailands Restaurants, Bars & Cafés

Manche sagen, die nördlichste Metropole Italiens fühle sich gar nicht so italienisch an, sondern eher europäisch. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das pulsierende, internationale Mailand entdecken – und dabei den Aperitivo nicht vergessen!
Mailand ist eine italienische Ausnahme. Natürlich bekommt man dort auch die Klassiker, die man von einem Kurztrip nach Italien erwarten darf: Touristentrubel, historische Monumente, Kunst und Kultur, Aperitivo und Dolce Vita sowie feines Essen, das einen die gesundheitlichen Vorteile der mediterranen Diät voll auskosten lässt.
Cafés
Frühstücken ist in Italien eine simple Angelegenheit: Cappuccino und Croissants, gefüllt mit Marmelade, Schokolade oder Crema, gibt es in jeder Bar.
Aber Mailand wäre nicht Mailand, wenn dort beim „colazione“ nicht noch mehr gehen würde. Eine Zeitreise zum Beispiel: unter die Kassettendecken der ikonischen Pasticceria Marchesi von 1824, einer der ältesten Konditoreien der Stadt.
Zeitsprung ins Heute: Das Pan ist eine Bäckerei mit japanischen Einflüssen, in der das Gebäck über einen Tresen aus Gitterplatten aus grüner Glasfaser gereicht wird.
Und auch Signor Lievito sticht heraus: mit skandinavisch angehauchter Backkunst, einem Faible für Sauerteig und Kreationen wie dem herzhaften Pioppo, einer Blätterteigtasche mit Stampfkartoffeln, Pioppino-Pilzen und Parmesan.
Pan


Restaurants
Internationaler Flair hin oder her: An mindestens einem Abend in Mailand sollte man italienisch essen gehen. Aber das kann ja vieles bedeuten.
Man könnte in der Langosteria Montenapoleone im Mailänder Modeviertel Fisch, Muscheln und Hummer probieren. Man könnte im Horto sehen, wie der Südtiroler Sternekoch Norbert Niederkofler seine ethische und nachhaltige Küchenphilosophie in feine Teller übersetzt.
Oder man findet in der Trattoria Sincera heraus, wie man in der Region Lombardei die sogenannte italienische Küche interpretiert. Dort bekommt man Klassiker wie Risotto alla Milanese, Ossobuco oder auch Orecchia d’elefante (Elefantenohr): die lombardische Version des Kalbsschnitzels, das auf keinen Teller passt.
Langosteria Montenapoleone

Horto

Die Weltläufigkeit Mailands spiegelt sich auch in seinem kulinarischen Angebot wieder. Sie drückt sich aus in einer modernen Küche wie im 28 Posti, wo man wunderschöne Teller mit nachhaltigen und saisonalen Lebensmitteln vorgesetzt bekommt, die von kleinen Produzenten bezogen werden.
Oder in einem japanischen Menü aus italienischen Zutaten wie in der Bentoteca, wo man den Gästen unter anderem eine „Betrunkene Taube“ (mariniert in Sake) serviert.
Und dann ist da noch die chinesische Gemeinde, die sich seit dem Jahr 1920 im „Quartiere cinese“ in Mailand entwickelt hat – und die zu den größten und ältesten in ganz Europa zählt. Im Chateau Dufan kann man bei leckeren Dim Sum in die aus Fernost mitgebrachten Geschmäcker eintauchen.
28 Posti

Bentoteca

Bars
Mailänder Nächte sind lang. Nicht zuletzt weil in der Stadt eine Cocktailszene auf Weltniveau aktiv ist. Gleich zwei Locations haben es in die Liste der 50 besten Bars der Welt geschafft.
Das Moebius Milano, in einem ehemaligen Stofflager beheimatet, sogar auf Platz 7. Hier wird auch noch auf Weltniveau gekocht: Das zugehörige Restaurant trägt einen Michelin-Stern.
Auch die Bar 1930 steht auf der Liste, ein Speakeasy, ein geheimes Lokal also, dessen Drinks man sich verdienen muss: Erst wenn man sich in einer der anderen Bars der Eigentümer bewährt hat, darf man hier hinein.
Schließlich gibt es auch noch eine frische Szene an Listening Bars wie das Mogo. Hier trifft man sich zum Essen oder Trinken, vor allem aber zum gepflegten Musikhören.
Speakeasy-Bar 1930

Moebius Milano

Sie fragen sich sicher schon die ganze Zeit, wann wir zum Kern dessen kommen, was eine Reise nach Mailand so einzigartig macht: den Aperitivo.
Immerhin haben die Mailänder dieses frühabendliche Trinkritual, das Cocktails mit feinen Häppchen kombiniert, geprägt wie niemand anderes. Begehen Sie Ihren Aperitivo also doch zum Ende des Tages, am besten in der Bar Basso, einer Mailänder Institution, in der der Negroni Sbagliato erfunden wurde.
Oder im Camparino in der Galleria, der historischen Flagship-Bar des Bitterlikör-Herstellers Campari, wo das Ritual ebenfalls seit Jahrzehnten zelebriert wird.
Bar Camparino

Oder Sie rufen Ihre Abschiedsgrüße gleich von der schicken Rooftop-Bar Ceresio7 von oben über die Stadt: Ciao Bella!